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Seit genau einer Woche leben unsere beiden neuen Pflegehunde, Spencer und Kira, nun bei uns auf Pflegestelle. Höchste Zeit über die beiden und ihre bewegten ersten Tage zu berichten!

Nachdem unser zweiter Pflegehund Yuma große Probleme damit hatte bei uns „anzukommen“ und vertrauen zu fassen, haben wir uns dafür entschlossen unsere Pflegestelle ein wenig zu vergrößern und diesmal zwei Hunde vom Verein Seelen für Seelchen e. V. aufzunehmen. Der Grundgedanke dahinter ist, dass die Hunde sich gegenseitig unterstützen können Vertrauen zu fassen. Wenn einer dem anderen zeigt, dass die beiden Menschen im neuen Zuhause gar nicht mal so übel sind, fallen beim zweiten eher die Ängste und Hemmungen.

Nach der Zeit mit Yuma wollten wir aber auch „einfachere“ Hunde haben, bei denen die Vermittlung leichter fällt und die noch eher einen Bezug, bzw. Grundvertrauen, zu Menschen haben und somit wurden uns dann Kira und Spencer vom Verein vorgeschlagen.

 

Und so machten sich die beiden dann am Freitag, dem 7. Juli, auf den Weg aus Rumänien bis zu uns nach Lingen im Emsland. Eine Strecke von mehreren tausend Kilometern – ziemlich anstrengend für Hunde, die nicht wissen wie ihnen geschieht und warum sie nun eine gefühlte Ewigkeit in einer Transportbox in einem dunklen Transporter sitzen müssen.

Zu allem Überfluss kam dann noch hinzu, dass der Transporter in Wien eine Panne hatte und bis Sonntag Mittag still stand. So kamen die beiden statt wie geplant in der Nacht von Samstag auf Sonntag, erst am Montag Mittag an der Übergabestelle bei Dortmund an.

Neben Kira und Spencer haben wir dort dann auch noch Karamell aufgeschnappt und sie zu ihrer Pflegestelle in der Nähe von Lingen gebracht.

Dabei hat Karamell dann direkt auch ihre Kletterfähigkeiten unter Beweis gestellt und ist über das Hundegitter hinweg aus dem Kofferraum bis auf die Box von Kira, die auf der Rückbank stand, geklettert.

 

Spencer nach der Übergabe

Kira entspannt sich von ihrer langen Reise quer durch Europa

Bei uns angekommen gab es für die beiden dann endlich die Gelegenheit sich die Beine zu vertreten und unseren Garten zu erkunden. Dadurch ergab sich für meine Freundin auch die Gelegenheit ihr erstes Fazizt zu ziehen:

„Die beiden sind aber wieder mal kleiner als Gedacht“ 

Während Spencer seine Nase am Rasen fast wund schnüffelte, fand Kira sehr schnell ihren neuen Lieblingsplatz, legte sich hin und beobachtete das rege Treiben Spencers mit müden Augen.

Im Haus galt es dann zunächst die fiesen, glatten Fliesen in unserem Flur zu bewältigen, der Holzboden im Wohn- und Esszimmer war da schon beruhigender und nach einer ersten Gassirunde, durften die beiden sich dann ausschlafen.

 

Am Dienstag stand dann ein richtiges Kennenlernen mit uns auf dem Plan, wobei sich herausstellte, dass Spencer wesentlich besser auf Menschen zugehen kann und Kira noch ein wenig schüchtern ist.

Wir wurden aber auch darin bestätigt, dass Spencer dann die Führung übernimmt und versucht Kira zu ermutigen und ihr zur Seite zu stehen. Letztlich ließen sich dann beide streicheln, kraulen und genossen sogar die nötige Dusche.

Da es immer zu Fragen bezüglich der Verträglichkeit der Pflegehunde mit Kindern kommt, besuchte uns Abends noch ein Freund mit seinen Töchtern als Versuchskaninchen. Glücklicherweise erwiesen sich beide als absolut geeignet für Kinder. Spencer konnte toben und Kira sich ausgiebig liebkosen lassen.

Kira öffnete sich im Laufe des Abends sogar soweit, dass sie tiefenentspannt ihren Kopf in den Schoß eines der Mädchen legte und an der Grenze zum einschlafen stand.

 

Lieblingsrückzugsort ist der Esszimmertisch. Wer braucht schon große, gemütliche Kissen wenn man sich zwischen Stuhlbeinen einrollen kann?!

Der Mittwoch stand dann im Zeichen des ersten Trainings -> Alleine bleiben.

Während wir die Hunde mittels Kamera im Blick behielten, gingen wir Einkäufe erledigen. Positiv anzumerken ist, dass die beiden weder bellten noch die Wohnung in Panik zerlegten. Kleiner Negativpunkt: Sie haben sich offenbar abgeschaut, dass das Sofa ein ziemlich bequemer Ort ist, und so fand man sie relativ schnell schlafend darauf.

Besonderes Frechdachspotential bot dabei Kira. Spencer ließ sich über die Gegensprechfunktion der Kamera vom Sofa „vertreiben“, während Kira erst missmutig hinunterstieg, als sie uns an der Haustür hörte.

Natürlich bekamen wir beim Betreten des Wohnzimmers den „Wie? Ich? Ne, ich lag die ganze Zeit nur auf meinem Kissen und unter dem Tisch“-Blick. Schon klar, Kira.

Das letzte notwendige Übel nach der Reise und dem Duschen musste am Donnerstag durchgestanden werden: Der obligatorische Tierarztbesuch.

Glücklicherweise hatte keiner der beiden besonders große Angst. Beide ließen die Untersuchung mit stoischer Ruhe über sich ergehen, die Leckerlibestechung mag ihr übriges dazu beigetragen haben – und das obwohl Spencer sogar am Bein rasiert wurde um ihm Blut abzunehmen.

Ergebnis des Besuchs ist, dass beide topfit sind, bei Spencer sich aber langsam das Alter bemerkbar macht, sich aber alles absolut im Rahmen abspielt. Hervorragende Nachrichten.

Erst am Samstag sollte es dann wieder spannend werden, als Freunde uns besuchten. Unbekannte Menschen, gehobene Lautstärke bei Gesprächen und jeder will einen anfassen und betüddeln? Kein Problem für die beiden!

Und mittlerweile haben die beiden mit mir sogar die ersten Pokemon in Pokemon Go (ja verdammt, ich spiele es noch immer!) gefangen, laufen zufrieden und ruhig gemeinsam an der Leine und Kira fast immer mehr vertrauen zu mir.

Auf gehts in Woche 2!