Seite auswählen

Nachdem so langsam die angebotenen Fertiggerichte in der Region immer weniger werden, und ich neulich ein Gericht versehentlich ein zweites mal gekauft habe (das tat mir mehr weh als euch, glaubt mir), ist es mir heute gelungen etwas neues aus den Supermarktregalen zu bergen. Den wunderbar einladenden Jägertopf von Buss. Den Spackos hab ich ja schon Perlen wie den Grünkohl-Eintopf zu verdanken.

 

Wir verabschieden uns mal wieder vom klassischen Kammerschälchen und besinnen uns auf die Basics – dem zusammengepanschten Kladderadatsch, der in sein Aluförmchen gefüllt wird, wie sonst nur Schlamm in die Sandförmchen autistischer artistischer 🙂 Kleinkinder.

Wunderbar gestaltet umgibt ein Pappschuber das kleine, metallene Meisterwerk der Ingenieurskunst und kündet, neben einem Serviervorschlag, von den Zubereitungsschritten des Mahls. Kurz gesagt: Alles abreißen und in die Bestrahlung für X Minuten.

Apropos strahlend: So begrüßt einen der Schlonz auch, wenn man endlich die Deckfolie abzieht. Hersteller und mir ist bekannt, warum da keine Klarsichtfenster eingelassen sind.

Das oben ist ne klickbare Galerie. Sneaky versteckt.

Nach dem Nervenzusammenbruch im Angesicht der Optik stelle ich den Mikrowellenherd penibelst genau auf die Angaben des vormals umkleidenden Kartons ein und platziere das Schälchen vorsichtig am Ort, der nun für 3 Minuten zu einem Mini-Nordkorea wird.

Die Hersteller sind jedoch alles Lügenbarone, weshalb man nach der Rettung die Nudeln mit sich selbst überbacken hat, was zu einem interessanten Anblick und einer bemerkenswerten Konsistenz derselben führt. Die obersten haben was von Krokant, die Nudeln aus unteren Schichten sind derart labberig, als hätte man sie im kochenden Wasser auf dem Herd vergessen für 6 Jahre.

Kommen wir nun zu den Stars des Menüs: Den Fleischbällchen und den Pilzen – denn ich jeden zünftigen Nudeltopf gehören Pilze. Und dabei ist es egal wie sie schmecken oder aussehen: Hauptsache man kann auf der Packung mit Pilzen um sich werfen. Und Fleisch. Fleisch ist natürlich nicht nur wichtig, es ist scheißwichtig.
Aber auch teuer, daher hat man sich entschieden von den Fleischbäällchen in Daumennagelgröße ganze 8 in die Schale rollen zu lassen.

Wer das nun für frech hält: Es befinden sich ganze SECHS Pilzstücke in der Soße. Keine kompletten Pilze, nichtmal Pilzscheiben, einfach nur gehackte Pilzstücke – und ich war beim Zählen wirklich großzügig.
Ist aber nicht weiter wild. Nach drei Minuten in der Mikrowelle schmeckt ohnehin jeder Pilz wie … Gummi.

Ich hab mich mit der Länge des Contents verschätzt. Deswegen habe ich unter diesem tollen Bild irgendwie noch massig Platz und naja … facebook geht halt immer, ne?!

Das spaßigste an dem Gericht war das Zählen der Ingredenzien. Und das Papier auf dem ich die Strichliste geführt habe wäre vermutlich sogar schmack- und nahrhafter. Aber hier die harten Fakten über den Jägertopf:

  • Nudeln: 72
  • Fleischbällchen: 8
  • Pilzstücke: 6
  • Soße: 1

Gekauft hab ich den Rummel für 1,49 EUR. Und um ein wenig vom Thema abzuschweifen … ich versuche mich grade an meiner Steuererklärung und mein allergrößter Wunsch wäre es, sowas absetzen zu können.

Bemisst man jeder Zutat den gleichen Wert bei, hat sich die Firma Buss wirklich in enorme Kosten gestürzt. Jede einzelne Nudel hat einen Wert von 0,5ct. Jedes Fleischbällchen ist ganze 4,6ct. wert. Die Pilze schlagen mit unfassbaren 6,1ct. zu Buche und die Soße kommt auf 37ct.

Und genau diese absolute Milchmädchenrechnung ist der Grund, warum ich den Scheiß mit der Steuererklärung am besten lassen sollte – so kommt am Ende eine gewaltige Nachzahlung auf mich zu.

Mahlzeit!

Buss - Jägertopf

Buss - Jägertopf
19

Fazit

2/10

    Pros

    • teure Soße
    • cooles Grün
    • mal wieder ein Schrottgourmet

    Cons

    • wenig Soße
    • hässliches Grün
    • mal wieder ein Schrottgourmet