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Um 6:00 Uhr morgens geht der Wecker, denn bereits gegen 8 Uhr müssen wir unseren Bustransfer erwischen und wollen vorher Duschen und Frühstücken.

Das Frühstück besteht aus gewohntem (Croissants, Brötchen,verschiedener Aufschnitt und verschiedene Säfte sowie einer Auswahl an Säften) UND einer mysteriösen gelben Flüssigkeit, die direkt neben Pinneken steht und von deren Label lediglich das Wort „Vitamin“ ableiten lässt – dazu später mehr.

Nicht zum Frühstück gehört hingegen Pizza. Unsere Sitznachbarin holt allerdings Pizza aus einer Lunchbox und als meine liebreizende Begleiterin das Stück erblick, fallen die Worte die ich niemals vergessen werde:

Es gibt Pizza?!

Leider nicht.

Wir wenden uns im Laufe des Frühstücks immer wieder interessiert zur mysteriösen Flasche, bis ich mit entscheide ein Pinneken mit ihrem Inhalt zu füllen und dieses an unseren Platz zu tragen. Auch der Geruchtest bringt keine weiteren Erkenntnisse. Lediglich, dass es sich nicht um Spülmittel handeln könnte.
Darauf folgt also der Geschmackstest. Dem verzogenen Gesicht meiner Liebsten entnehme ich, dass es sich um nichts gutes handeln kann. Meine Zunge offenbart mir dann, dass es herkömmliches Speiseöl ist. Dies zu trinken ist wirklich nicht zu empfehlen.

Der Präsident ist zuhause.

Der Präsident ist zuhause.

Anschließend bringt uns ein Shuttle zur Busstation, in welcher unser Reisebus für die Reykjavik-Tour wartet. Diese Tour umfasst einen Trip in die Vororte Reykjaviks, diverse Stops an verschiedensten Sehenswürdigkeiten – darunter einem Besuch beim Wohnhaus des Präsidenten Islands – und vielen Informationen „im vorbeifahren“.

Während des Besuchs des Warmwasserspeichers „Perlan“ erfahren wir dann beiläufig, dass unsere Reiseführerin aus der Schweiz stammt und heilfroh ist, mal wieder Deutsch sprechen zu können. Den Einwand „aber das ist doch nur Schwiizerdüütsch, was du da sprichst“ spare ich mir – ich möchte schließlich wieder zum Hotel gebracht werden.
Dies erreichen wir dann auch am frühen Mittag.

Leider hat die Reiseführerin bereits während der Fahrt angedeutet, dass die Northern Lights Tour, die für diesen Abend angesetzt war, vermutlich aufgrund des Wetters ausfallen wird.
Daher entscheiden wir uns, auf eigene Faust nochmal mit dem öffentlichen Bus zum Saga-Museum zu fahren. Mit der Rezeption ist schnell geklärt welche Buslinie wir nehmen müssen und wir gehen den Weg zur nächsten Haltestelle. Hätte man uns allerdings noch gesagt in welche Richtung wir beginnend fahren müssen, dann hätten wir uns etwa eine Stunde mehr oder weniger sinnlose Busfahrt erspart, denn die Busse fahren sehr … sehr … sehr große Runden. Aber gut, für weniger als 3 EUR gab es so eine weitere Rundreise und man hat auch mal die Wohngegenden gesehen (um sich das ganze ein wenig schönzureden – dass der Fahrer derweil fuhr wie eine angesengte Wildsau sei mal dahingestellt, dass er eine Haltestelle verpasst und dies mit einer Vollbremsung quittiert – geschenkt).

Das Saga-Museum erzählt über einen Audio-Guide zwar auf eine tolle Art wichtige Stationen der Geschichte Islands – vornehmlich aus der Wikingerzeit, diese werden aber zugleich durchgehend auch als Wachsfiguren dargestellt, wodurch das Ganze ein wenig den Charakter einer Geisterbahn erhält. Interessiert man sich aber für Geschichte, dann ist das Museum auf jeden Fall einen Besuch Wert. Zu zweit haben wir keine 1.500Kronen Eintritt bezahlt, was absolut okay ist.

Statt mit dem Bus zurückzufahren gehen wir lieber ein Stück durch die Stadt, landen dabei am Hafen mit vielen trockengelegten Schiffen und landen letztlich in einem „Ale House“, welches zugleich Happy Hour hat und über fantastische Biere verfügt.
Auf die Gefahr hin dort zu versacken genießen wir zwei hervorragende Starkbiere und taumeln schließlich weiter – mehr oder weniger Zielgerichtet in Richtung des zentralen Busbahnhofs.

Diesen, nach einem Gewaltmarsch, im Blick entschließen wir uns jedoch unsere Reiseagentur zu besuchen, die im direkten Umfeld ihre Büros führt. Zum einen um herauszufinden ob die Northern Lights-Tour endgültig ins Wasser fällt, zum anderen um eine Alternative aufgezeigt zu bekommen.
Man sagt uns, dass die Nordlichttour auf den nächsten Tag geschoben wird.

20160311132637Nach einer weiteren Busfahrt im Hotel angekommen überlegen wir, den gesamten Abend einfach nur an der Hotelbar zu verbringen und trinken die ein oder andere Kaltschale. Direkt neben dem Hotel befindet sich jedoch eine Pizzeria, die ziemlich gute Bewertungen hat – also gehen wir dorthin, bestellen Bier und Pizza und schauen wie die Landschaft vor dem Fenster immer weiter einschneit – bei diesem Schneetreiben ist es tatsächlich unmöglich irgendwas vom Himmel zu sehen.
Kulinarisches Highlight ist hier, dass die Pizzas mit einer Art Marmelade in einem kleinen Schälchen serviert werden. Anfänglich skeptisch geben wir dem Ganzen einen Versuch und sind begeistert. In Deutschland wir Marmelade nun wohl auch öfters ihren Weg an Pizza finden.

Abschließend finden wir uns dann doch wieder an der Hotelbar ein und lassen den Abend dort ausklingen.