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Seit Release der Playstation 4, bzw. seit ich mich dazu entschieden habe sie zu kaufen, warte ich auf eine vernünftige Motorsportsimulation. Da Project Cars noch ein paar Wochen auf sich warten lässt, ich aber bereits ein FF-Lenkrad hier stehen habe, zwang mich mein Hang zum Impulsivkauf heute dazu Driveclub zu kaufen … oh boy…

Die Ausgangslage

Da meine XBox 360 in Düsseldorf steht, mein Racing Seat samt Lenkrad aber bei mir in Nordhorn konnte ich schon seit Monaten kein Forza Motorsport mehr spielen. Was ziemlich blöd ist, weil ich Rennsimulationen liebe. Das ist aber auch schon mein persönliches erstes Manko an Driveclub (abseits meines Urteils dürft ihr gerne bestellen, das ist ein Reflink und euer finanzieller Niedergang ist mein Profit!), denn ich bin alles andere als ein Freund von Arcade-Racern. Es ist langweilig, dass die Autos wie auf Schienen ihre unrealistischen, viel zu schnellen Bahnen ziehen und ich habe es seit Jahren geschafft diesem aus dem Weg zu gehen.

Bis heute jedenfalls.
Ich hatte mir für Project Cars ein Thrustmaster T100 (das war nun der letzte Amazon-Link, versprochen) bestellt um damit das XBox-Lenkrad zu ersetzen und dieses wurde heute geliefert. Sony hält allerding standhaft die kostenlose PS Plus-Edition von Driveclub zurück, denn sonst müsste man ja in Server investieren.

Aus dem Grund musste ich das Spiel nun also kaufen, nungut, gibt schlimmeres…

 

DRIVECLUB … mach was du willst, nur mach es nicht Online!

Das Spiel also für nen Appel und ‘n Ei bei Media Markt gekauft und wieder nach Hause gefahren. Nach dem Anschließen des Lenkrades der erste Nervenzusammenbruch, es schien nicht von der PS4 erkannt zu werden – was sich jedoch als Falscheinschätzung herausstellte!

Eine knackige Stunde später fraß der Slot der PS4 dann die BluRay schließlich und das Intro des Spiels lief nach der flotten Installation. Die nachfolgenden Screenshots stammen aus dem Intro (und das schießen von Screenshots ist wirklich abenteuerlich).

Introszene #1 aus Driveclub

Innovative Introszene

DAT MOTION BLUR!

DAT MOTION BLUR!

Jedenfalls befindet man sich direkt im Anschluss an das Intro im Menü, welches sehr schnell zu den ersten Rennen führt. Ein wirklicher Pluspunkt, in meinen Augen, da man sich keine Styler ansehen muss, die in nem abgefuckten VW Corrado irgendwelche Grid-Girls in einer gottverlassenen Wüste anflirten (I’M LOOKING AT YOU FORZA HORIZON!).
Denn dieser Versuch krampfhaft irgendwelche Stories aufbauen zu wollen, oder zu müssen, geht mir – neben der Fahrphysik – wirklich auf die Nerven in Arcade-Racern.

Die Kacheln lassen einem die Auswahl zwischen diversen Rennen, Rennserien und auch dem … Onlinemodus. Dem Onlinemodus der durchgehend offline und nicht zu erreichen war. Zum Glück wurde das Spiel nicht müde einem diesem Umstand STÄNDIG unter die Nase zu reiben, ganz egal ob es in die Situation passt.

Ja, die Server sind offline. Interessiert total bei einem Rennstart - muss unbedingt rot eingeblendet werden für 5.000 Sekunden

Ja, die Server sind offline. Sollte immer bei Rennstart für 5.000 Sekunden rot eingeblendet werden.

Die Rennen

Das wichtigste an Driveclub sind überraschenderweise die Rennen. Genau genommen sollen es ja die Online-Rennen in Clubs und gegen Gegner sein, aber die Server bocken ja :).

Die Singleplayer-Rennen gestalten sich dann wie man es von Rennspielen aller Gattung kennt. Man startet in ner verranzten Gurke und arbeitet sich zu Autos hoch, die weder zu beherrschen, noch für die engen Straßen ausgelegt, sind – ein riesiger Spaß. So startet man in Driveclub beispielsweise in einer aktuellen AMG A-Klasse, welche man nach einem Rennen gegen einen Mini tauscht, diesen dann gegen einen Beetle etc.. An diesem ersten Abend kam ich nun bis zum Audi RS5. Den stärksten Wagen aus der Anfangsklasse. D

Den Golf GTI (den ich als #TeamManta-Anhänger natürlich niemals bestiegen hätte), kann man übrigens nur freischalten wenn man einem Club beitritt – ohne Onlinedienst relativ schwer zu realisieren, aber geschenkt. Ist immerhin ein Golf GTI.

So fährt man von Pokal zu Pokal, verdient dabei neue Autos, Designs und Punke für Level verschiedenster Art (Forza Motorsport lässt grüßen). So steigt beispielsweise mit dem Kilometerzähler des Minis auch das Fahrerlevel speziell für den Mini, warum auch immer, man besteigt das Kackfass nach 15 Minuten nie wieder. Der Audi A1 quattro ist am Anfang das Maß aller Dinge und somit wohl für jeden das “Einstiegsauto”.

Mit nem gewonnen Design die Karre folieren. Lackieren lässt man sich sowas ja nicht.

Mit nem gewonnen Design die Karre folieren. Lackieren lässt man sich sowas ja nicht.

Und schön die Gichtstelzen einladen, auch wenn das linke Bein im Grunde nur Ballast ist

Und schön die Gichtstelzen einladen, auch wenn das linke Bein im Grunde nur Ballast ist

 

 

 

 

 

 

 

Hat man seinen geschundenen Leib dann in den Karren verfrachtet, gehts endlich wieder los. Man darf den Kübel über die Kurse prügeln, yeah!

 

Zunächst einmal die positiven Dinge zum Fahrverhalten:
Die Autos fahren nicht komplett wie auf Schiene, grade über das Force Feedback bekommt man schnell ein Gespür dafür, wann der Wagen ausbricht (dabei ist es egal welche Antriebsart der Wagen hat, er verhält sich grundsätzlich wie ein Hecktriebler) und in einigen schärferen Kurven bekommt man sogar ein Gefühl für das Gewicht des Autos womit man dann auch das sporadische Untersteuern verhindern kann.

Dies wirkt sich aber nicht besonders aus, fährt man ja doch wie der letzte Henker. Schäden wirken sich nur optisch aus und Aktionen bei denen man sich denkt “das hätte nun mindestens 15 Leute das Leben kosten müssen”, geht man mit nem Geschwindigkeitsverlust von etwa 10 km/h heraus.

Das Bremsen reduziert sich in den meisten Kurven darauf dass man vom Gas geht – die Hardware, das Bremspedal wird also geschohnt, respekt! Lediglich bei wirklich engen Haarnadelkurven ist es angebracht die Bremse mit dem kleinen Zeh zu streicheln, man will ja die Ideallinie halten.

 

Das gottverdammte Gummiband

Als mich die Fahrphysik zumindest in Teilen positiv überraschen konnte, trat mein Erzfeind auf die Bühne. Der verfluchte “Gummiband-Effekt”, einer der Gründe aus denen ich Arcade-Racer wirklich nicht mag.
Für jene die ihn nicht kennen: Man kann noch so schnell oder perfekt fahren, man kommt von den Gegnern nicht weg. Diese werden vom Computer je nach Not beschleunigt oder verlangsamt um zum Spieler keine zu große Lücke entstehen zu lassen. Das soll für Spannung bis zum Schluss sorgen, ist im Grunde aber nur schrottnervig, weil man von der untalentierten Spinnerbande nicht wegkommt.

So sind die Gegner immer in Schlagdistanz, was zu weiteren Problemen führt.
Die KI fährt nämlich noch schlimmer als man selbst. Da macht es nichts ob man mit einer Rempelei hunderttausende Euro in die Leitplanke schiebt, nein sie suchen sich einen Weg durch das eigene Auto hindurch. Nimmt man sich ein Beispiel, und versucht die Gegner gezielt zu drehen, wird man vom Spiel bestraft und ausgebremst (auch hier muss man die Bremse natürlich nicht selbst treten – alles für die Peripherie).

 

Dies alles zusammengefasst gibt wirklich haarsträubende Rennen. So fuhr ich einmal mit 240 (180 in den Kurven) durch ein indisches Dorf, nur um von den Bewohnern (und deren Rindvieh), mit Konfetti gefeiert zu werden – paradiesische Zustände für deutsche Autofahrer.

 

Freuen wir uns also alle auf die Supersportler und vor allem den Online-Modus in dem man dann gegen die wahrhaft Wirren fahren darf.